Sonntag, 17. August 2014

Die verschenkten 6 Monate

Endlich! Freitag, der 15.08. ist rot angestrichen im Kalender. Es ist der Tag, auf den ich schon so lange warte und seit einem halben Jahr hinarbeite. Nun bin ich kräftemäßig wieder da, wo ich schon Ende Januar stand. Super, oder?! Was ist passiert, oder was hätte besser nicht passieren sollen?



Ein Verstoß gegen einen meiner Grundsätze: 
Vergleiche Dich nie mit anderen Athleten und übernehme blind ihre Trainingsprogramme! 

Ich trainiere mit Gewichten seit meinem 16. Lebensjahr und hatte schon immer ehrgeizige Ziele. 
Um Ziele zu erreichen motivieren mich Vorbilder. Doch war ich mir stets bewußt, das ein Vergleich nie etwas bringt. Jeder Mensch hat einfach unterschiedliche Voraussetzungen. Also analysiere lieber Dich, lass Dich von anderen inspirieren und passe dein Training an. In all den Jahren funktionierte das sehr gut. Eigentlich ging nie mein Ego mit mir durch, obwohl das Trainingspensum in jungen Jahren viel höher war als heutzutage. Mit den Jahren baute ich ein sehr gutes Körpergefühl auf und kannte einfach mein Level. All die langen Jahre blieb ich weitestgehendst verletzungsfrei.
Ich schiebe es jetzt einfach mal meinem Alter zu. Nicht jung und unerfahren - nein alt, überschätzt und übermotiviert. Jaaa, so langsam kann ich wieder darüber lachen! :)
Mein letztes Trainingsjahr war ziemlich intensiv, ich hatte viel an mir gearbeitet und auch schnelle Erfolge erzielt. Doch schon meint man es geht endlos so weiter und auch der Anspruch wird immer größer. Am liebsten will man alles in kürzester Zeit können und mit seinen Vorbildern mithalten. So ist das zumindest bei mir.

Rückblickend betrachtet war meine Januar Challenge nicht gut für mich. Warum?
Vergleiche Dich nie mit anderen Athleten und übernehme blind ihre Trainingsprogramme! 
Beth Andrews Senior RKC kommt einfach nicht von diesem Planeten, sie ist unfassbar stark. Aber auch diese Kraft baute sich nicht über Nacht auf, sondern ist harte Arbeit über Jahre. Man darf einfach nicht ignorieren, wie lange es dauert bis Körperstrukturen (Bänder, Sehnen) unbeschadet hohe Krafteinwirkungen vertragen können. Wenn Beth einen KB Snatch mit 32kg locker über Kopf stabilisieren kann, heißt das noch lange nicht, das ich das mit 20kg auch versuchen sollte. 
Der Knackpunkt ist einfach der: Beth liebt es zu snatchen, ich finde den Snatch eher fraglich und hab ihn auch nicht oft auf meinem Trainingsplan. Für meine Trainingsziele nur bedingt von Interesse, eigentlich nur notwendig um den Snatchtest zu bestehen. Sonst sehe ich persönlich für mich keinen Sinn in dieser Übung. Möchte ich Gewicht über Kopf bringen, ist es für mich sinnvoller strikt zu pressen oder mittels Push Press/Jerk. Die Verletzungsgefahr minimiert sich, das Gewicht ist selbstlimitierend. Was sagt mir das also? Auch in Zukunft werden der Snatch und ich keine guten Freunde. Ich bleibe einfach bei nur 14kg, meiner Snatchsize. Mir reicht´s, was soll´s! :)

Doch nun zurück zum Freitag, den 15.08.2014. Was für ein toller Tag!

Nachdem ich im Februar wegen meiner Schulterüberlastung keine 8kg schmerzfrei über Kopf drücken oder auch nur halten konnte, endlich wieder die 24kg (= 45% KG) sicher im TGU  bewegt.
Bis dahin war echt ein frustrierender Weg, das brauche ich kein zweites Mal und es wird mir auch nicht noch einmal passieren! Warum schreib ich das überhaupt auf? Zu allererst für mich, es hält mich am Boden der Tatsachen und einem nicht vergessen. In zweiter Absicht für den einen Leser/in, die mich versteht und vielleicht gerade ein wenig ausgebremst werden muss um nicht auch 6 Monate Zeit zu verschenken. Lass Dich nicht locken! Mich können zukünftige Challenges am Hintern küssen, ich überlege mir zukünftig wieder ganz allein welches Trainingsprogramm mir gut tut. Im Moment ist dies Pavels "Simple & Sinister". Für mich der perfekte Einstieg nach einem Monat kompletter Trainingsregeneration. Zurück zur Basis, zurück zu Kraft. Aber auch hier leicht abgewandelt und meinen Bedürfnissen angepasst. Es gibt einfach niemand der Deinen Körper so gut kennt wie Du.

P.S. Lieben Dank noch an meine manuellen Therapeuten und die Leute, denen ich die Ohren voll heulen durfte! Ich pass jetzt wieder auf mich auf und übertreibe nicht. Versprochen! ;)

Pia. 
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