Dienstag, 17. September 2013

Ein bisschen Größenwahn gehört dazu

Seit zwei Tagen bin ich RKC Instruktor und langsam entspannt sich nun auch mein Körper wieder und realisiert, das die anstrengende Vorbereitungszeit tatsächlich zu Ende ist. Mission erfüllt!

Denke ich an das letzte halbe Jahr zurück, muss ich immer wieder über mich schmunzeln und denk mir "typisch Pia, immer mit dem Kopf durch die Wand". Warum Zeit lassen, wenn es doch auch schneller gehen kann?! Geduld war noch nie meine Tugend. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der darf dann auch steinig sein.

Begonnen hat alles damit, das ich neugierig auf das "Hardstyle Kettlebell Training" war, was im Rahmen der Athletik Convention CAMP im März´13 in Köln abgehalten wurde. Die Kettlebell kannte ich zwar schon seit 2011 und besuchte auch eine Fortbildung von einem namenhaften deutschen Functional Training Experten, doch wurde ich erst durch Robert, den RKC Senior Instruktor, richtig von der Kugel angefixt. Die RKC-Trainingsphilosophie und der logische Aufbau aller Übungen deckt sich zu einhundert Prozent auch mit meiner eigenen Trainingseinstellung: Qualität vor Quantität.

Vom positiven Feedback angestachelt, meldete ich mich mal eben schnell zum HKC-Instruktor einen Monat später in Weimar an...und da Frau es ja wissen will, dann eben noch schnell zum RKC-Instruktor direkt im September. Das große "OHHH" kam etwas später, nachdem Frau dann mal nachgelesen hat, was es alles zu bestehen gilt. An dieser Stelle sei nur kurz erwähnt, das ich weder wußte was ein Snatch-Test ist, noch alle Big Six-Übungen im Vorfeld richtig gelehrt bekam. Ok angemeldet, jammern hilft da nix - also üben!

Nach dem HKC legte ich hochmotiviert los! Was meine körperliche Fitness anging machte ich mir wenig Sorgen, das passte. Da ich es aus früheren BB-Zeiten immer noch gewohnt bin nach einem Trainingsplan zu trainieren und meine Ziele fest notiert und analysiert hatte, gab ich mir nun ca. 6 Wochen Zeit um die Technik der sechs Grundübungen möglichst gut zu erlernen. Das ganze mit relativ leichtem Gewicht, doch dafür 5-6 Trainingseinheiten pro Woche. Am Anfang kam ich gut vorwärts, doch je mehr Zeit verstrich, um so verbissener wurde ich und immer weniger funktionierte so wie ich es gern hätte. Ich machte mir selber viel zu viel Druck und überlastete mein ZNS, so das die Technik eher wieder schlechter wurde. Selbst gesteht man sich im Trainingswahn ja diesen Zustand niemals ein, obwohl man jedem anderen auch eine Woche Erholung verordnet hätte. Ich bin sehr froh, das ich damals auf einen Trainer gehört habe... obwohl er lange auf mich sturen Esel einreden musste. Ich schaffte es doch tatsächlich 7 Tage meinem Körper Ruhe zu gönnen. Das lustige war, die ersten drei Tage bin ich vor schlechtem Gewissen fast rückfällig geworden, doch ab Tag 4 konnte ich die Auszeit auch genießen. Danach ging alles wieder viel besser und so konnte ich auch recht entspannt, in der alten Leipziger Heimat, einen sehr erfahrenen RKC-Kettlebell Trainer um weitere Hilfe und ein Feedback bitten. An dieser Stelle noch einmal Kai-Uwe von Kettlebell Leipzig ganz lieben Dank! Nach den drei Stunden Personal Training fühlte ich mich wieder in meinem Tun bestätigt und wußte ich kann es in den verbleibenden 3 Monaten schaffen.

Zwei Wochen später, Ende Juni, ging es dann zum BIG SIX-Seminar nach München. Für mich ein Meilenstein in meiner RKC-Vorbereitung. Zwei Tage intensives feilen an den Übungsausführungen und der richtigen Körperspannung und ganz nebenbei den perfekten Trainingspartner gefunden. Samuel und ich, wir ergänzen uns so gut, das ich sehr froh bin mit ihm auch weiterhin zusammen zu arbeiten. Nun, wo die Technik langsam sitzt, war ich endlich auch bereit für schwereres Gewicht! Den Juli trainierte ich mit schwereren Kugeln, dafür aber mit längerer Regeneration. Schwere Swings brachten mir immer mehr Power aus der Hüfte und Over Head-Spaziergänge Kraft -und Stabilität in den Schultern. Soweit alles gut und ich freute mich schon wieder auf ein cooles Kettlebell-Sommercamp Ende Juli. Auch von diesem Seminar konnte ich mir viel neues Wissen mitnehmen und bin wieder voll mit Motivation in die verbleibenden 6 Wochen Vorbereitungszeit eingestiegen.


Im nachhinein muss ich sagen, alles ist perfekt gelaufen. Für diese kurze Vorbereitungszeit konnte ich mich sehr gut wieder in Form bringen. Ich hab bestimmt ein Kilo an Muskulatur zugenommen und den Körperfettanteil gesenkt. Naja, eigentlich auch kein Wunder - es gibt für mich kein effizienteres Trainingsgerät als die Kettlebell.

Kommentare:

  1. Starker Weg, Pia!

    Das zeigt auf jedenfall, was mit der richtigen Einstellung und einem starken Willen alles möglich ist.

    Ich bin mir sicher, dass Du mit diesem Post/Weg einigen Leuten die Motivation geben wirst, es Dir nach zu machen.

    Es ist super zu sehen, wie die Community wächst, vor allem mit solchen starken Leuten. :)

    Hut ab Pia vor Deinen Leistungen in diesem Jahr.

    Beste Grüße aus Weimar,
    Sebastian

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    1. Vielen Dank Sebastian.
      Mich würde es freuen, wenn der eine oder die andere meinen Post als Motivation nutzt, um sich selber auch zertifizieren zu lassen.
      Die Erfahrungen sind es in jedem Fall wert und die RKC Community hat noch viel Platz für sportverrückte Leute. :)

      Jetzt geht´s zum nächsten Ziel...
      Das Jahr hat ja noch ein paar Monate!

      Viele Grüße aus Köln,
      Pia.

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  2. Hallo Pia

    Herzliche Gratulation an Dich und Samuel zum bestandenen RKC-Instruktor!

    viele Grüsse aus der Schweiz
    von Euerem Mitteilnehmer des 1. Big-Six Seminars
    Seiler Ruedi

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    1. Hi Ruedi,
      DANKESCHÖN, das ist aber lieb von Dir!
      Das BIG SIX-Seminar war für uns beide eine große Hilfe zum Bestehen des RKC-Instruktors. Ich hoffe doch, du schwingst auch noch ganz fleißig weiter. :)

      Liebe Grüße Richtung Berge,
      Pia & Samuel.

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    2. ja, bin noch immer fleissig am Üben. Der 32Kg TGU geht mittlerweile recht zügig und ohne Spotter.
      Mal schauen wo ich Ende Jahr stehen werde...

      schöne Grüsse nach Köln,
      Ruedi

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